18 Jul 2019
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Zunehmende Regulierung, Klimawandel, Umgang mit der Ressource Wasser, Preisvolatilität bei den landwirtschaftlichen Rohstoffen : all das sind Faktoren, durch die der Pflanzenschutzsektor immer mehr an Bedeutung gewinnt, denn die vielfältigen Probleme verlangen nach vielfältigen Lösungen. Markus Heldt, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Crop Protection der BASF, beantwortet einige Fragen.

Markus HeldtAgriculture Internationale - Kann die verwirrende Vielzahl regionaler Vorschriften auf einem Markt, der doch globalisiert ist, die Umsetzung der Innovationen von BASF gefährden? Sind bestimmte Länder stärker betroffen als andere?

Markus Heldt – Im Allgemeinen befürworten wir den Austausch von Wissen und besten Praktiken sowie Kooperation mit den Behörden in aller Welt. Aber egal wo, Vorschriften sollten immer auf einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Vorsorgeprinzip und Verhältnismäßigkeit abzielen.

Der rechtliche Rahmen muss klar, verlässlich und umsetzbar sein. Zudem bedarf es einer erneuten, gründlichen Untersuchung der Effizienz der existierenden Regulierungsverfahren, was die Innovationsförderung anbelangt. Die jüngsten europäischen Entwicklungen in Punkto Risikomanagement und Regulierungspolitik könnten durchaus den gesamten Innovationsbereich negativ beeinflussen.

A.I. – Sie wollen Lösungen entwickeln, die über den reinen Pflanzenschutz hinausgehen, so z. B. Produkte für die Wasserbewirtschaftung. Warum diese Innovationen? Und wann wird es sie geben?

M.H. – Die Erzeuger sind mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, ganz abgesehen von der notwendigen Schädlings-und Krankheitsbekämpfung. Allgemein können sich ökologische Stressfaktoren wie Nährstoffmangel, Dürre, Hitze und ungünstige Wetterbedingungen negativ auswirken auf die Möglichkeiten, hinsichtlich Ertrag und Gesundheit der Pflanzen maximale Ergebnisse zu erzielen.

Die BASF hat die Erzeuger nach ihren dringendsten Problemen befragt. So ist z. B. die Verfügbarkeit von Wasser immer größeren Schwankungen ausgesetzt ist, was für die landwirtschaftliche Produktion ein Problem darstellt.

So verzeichnet man beim Großanbau steigende Verluste infolge von Dürre; das sind Ertrags- und Qualitätseinbußen aufgrund des starken Salzgehalts und der Kontamination des Bewässerungswassers. Der Bedarf an Süßwasser übersteigt die verfügbaren Reserven. Die BASF konzentriert sich deshalb auf Produkte, die den Pflanzen helfen, das Wasser effizienter zu nutzen; so könnten die Landwirte die Bewässerung reduzieren und den Ertrag steigern. Wir hoffen, bis etwa 2015 ein Produkt auf den Markt bringen zu können, das die Wasserbewirtschaftung erleichtert.

A.I. – Sie empfehlen eine intelligente Gewichtung von technologischen Instrumenten und landwirtschaftlichen Praktiken. Haben Sie den Eindruck, dass dieser Vorschlag sowohl bei den politischen Instanzen als auch bei den Erzeugern auf Gehör gestoßen ist?

M.H. – Wenn die Gesellschaft wichtigen Herausforderungen wie Ernährung, Sicherheit und Nachhaltigkeit von Wasser und Energie begegnen will, dann bildet die Technologie einen zentralen Faktor. Man befürchtet zunehmend, das notwendige Gleichgewicht zwischen Vorsorgeprinzip und Verhältnismäßigkeit werde immer mehr von der Tendenz verdrängt, sich ganz einfach auf das Vorsorgeprinzip zu verlassen und jedes technologische Risiko zu vermeiden.

Zudem ist es von größter Bedeutung, die besten Praktiken in der Landwirtschaft zu beobachten und so Leistung und Effizienz miteinander zu verbinden. Wir unterstützen die Landwirte mithilfe verschiedener Initiativen des Wissenstransfers sowie durch innovative Lösungen, die über den Pflanzenschutz hinausgehen.

genetically modified soybeansA.I. – Die BASF hat in einigen Regionen Möglichkeiten für Finanzierung und Saatguttausch geschaffen. Wer sind die potentiellen Nutznießer? Welche Kriterien und Voraussetzungen sind zu erfüllen? Welche Auswirkungen erhofft man sich?

M.H. – Finanzierungsprogramme und Saatguttausch sind Mittel, unseren Kunden zu helfen, bei sinkenden Preisen der landwirtschaftlichen Rohstoffe ihre finanziellen Risiken zu reduzieren. Heute führt die BASF erfolgreiche Programme in verschiedenen Ländern durch: Brasilien, Argentinien, USA, Kanada, Ukraine, Russland und Italien. Im Allgemeinen garantieren wir unserem Kunden einen bestimmten Preis für seine Ernte. Dadurch verfügt er über mehr Sicherheit bei der Einkaufsplanung für Pflanzenschutzmittel.

Die Auswahl der Länder, der Pflanzen und der spezifischen Finanzierungsmodelle wird von unseren Mitarbeitern in den Bereichen Marketing, Verkauf und Finanzdienstleistungen gemeinsam definiert, wobei den Marktgegebenheiten und den Bedürfnissen der Kunden Rechnung getragen wird. Meistens hängen die Bedingungen des Programms mit unseren Bindungsprogrammen für Kunden und Portfolio zusammen.

Ein Sonderfall ist Lateinamerika, wo wir auch gemeinsam mit den Rohstoffhändlern entwickelte Programme durchführen. Die Erfahrung zeigt, dass die Kunden mit den Angeboten der BASF zufrieden sind und sich folglich zunehmend für unsere Produkte entscheiden, wodurch sie besser gegen Risiken abgesichert sind.

A.I. – Welche Kriterien werden angesichts der klimatischen Veränderungen und des absehbaren Beitrags der Biotechnologien bei Ihrer zukünftigen Forschungsarbeit eine Rolle spielen?

M.H. – Als globales, integriertes Chemieunternehmen wollen wir innovative, nachhaltige Lösungen anbieten, die in Bereichen mit großen Problemen Hilfestellung leisten. Mit unserem Know-how bei Forschung und Entwicklung helfen wir den Kunden, auf die gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse der Gesellschaft einzugehen.

Dabei nutzen wir unsere einzigartige Position eines globalen, integrierten Chemieunternehmens, das sich durch seine operative Spitzenstellung, seine Markt- und Kundenkenntnis und seine Kompetenz bei Forschung und Entwicklung auszeichnet. Wir suchen permanent nach innovativen Lösungen für eine nachhaltige Zukunft.

 

 

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